Rückblick: Gemeinde Owingen

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Rückblick bisherige Veranstaltungen

Hier finden Sie Berichte über unsere bisherigen Veranstaltungen und Events:

10. Oktober 2020 - Von Barock bis Broadway -80 Zuhörer folgen der Einladung des Owinger Kulturkreises auf diese musikalische Zeitreise-

Das Konzert am vergangenen Samstag im kultur|o in Owingen war ein Beweis dafür, dass auch unter den aktuellen Corona-Bedingungen Wohlfühlatmosphäre entstehen kann.

„Auch wenn wir Abstand halten müssen, so verbindet uns doch eine Sache ganz eng miteinander: die Liebe zur Musik“ waren die einleitenden Worte zur Begrüßung der Gäste.

Musikalisch begrüßt wurden die Konzertbesucher von Tommes Rute mit seiner Naturtrompete. Undecima Ricercata Detta l’Albergotti von Girolamo Fantini ist als Eingangsstück zu einem Gottesdienst geschrieben. Deshalb erfolgten auch die ersten beiden Signale hinter der Bühne, um den Effekt des sich Sammelns und zur Ruhe zu kommen zu erzielen.

Es folgte das Concerto in C-Dur für zwei Trompeten, das Doppelkonzert für Piccolo-Trompete von Antonio Vivaldi schlechthin -  interpretiert von Rosa Magdalena Benz und Marcus Müller, am Flügel begleitet von Elena Orlova.

Besondere Aufmerksamkeit erzielte Sonja Dörner mit ihrer Traversflöte mit der „Fantasie“ von Georg Philipp Telemann. Vorwiegend im Barock kommt diese besondere Flöte zum Einsatz, die noch keine Klappen und andere Griffe als die modernen Flöten hat.

Mit Kompositionen von Johann Baptiste Georg Neruda und Carl Philipp Emanuel Bach entführten Tommes Rute – erneut mit der Naturtrompete – und Sonja Dörner mit der Querflöte die Gäste ins 18. Jahrhundert, begleitet am Flügel von Alexander Burdenko.

Vor allem das Allegro die molto beim Flötenkonzert ist eine besondere Herausforderung, die Sonja Dörner charmant meisterte.

Mit der Arie des Papageno „Der Vogelfänger“ aus Mozarts Zauberflöte wurden die Zuhörer in die Pause entlassen.

Im zweiten Konzertteil geleiteten die Musiker die Gäste dann langsam musikalisch in die Neuzeit. „Carmen“ ist ja eh schon eine Oper, in der ein Hit nach dem anderen kommt. In der Fantaisie brillante sur Carmen wurden diese bestens in Szene gesetzt von Francois Borne, wiederum mit Sonja Dörner und ihrer Flöte.

Zu Herzen gingen die Solo-Trompetenstücke von Markus Müller (Concertpiece no. 2 Op. 12 von Vassily Brandt) und Rosa Magdalena Benz (A Song form the Heart von Eric Ewazen), jeweils am Flügel begleitet von Elena Orlova. Besonders beim harmonischen Zusammenspiel von Orlova und Benz merkte man die langjährige Freundschaft und Verbundenheit, hat Benz doch viele Jahre bei Orlova Klavierunterricht gehabt, bevor sie nach Saarbrücken zum Trompetenstudium wechselte.

Eine ganz besondere Klangfarbe erhielt der Entertainer von Scott Joplin durch die Besetzung in der Begleitung mit drei Trompeten und der führenden Stimme mit der Piccolo-Flöte.

Endgültig angekommen auf dem Broadway war man dann mit dem weltweit bekannten Titel „Memory“ aus Cats.

Extra für diese Besetzung und diesen Abend arrangiert hatte Marcus Müller den Bayrischen Abendsegen (trad.), mit dem die Musiker den offiziellen Konzertteil beendeten.

Herzliche Dankesworte, Blumen- und Weinpräsente gingen dann an die Musiker dieses Abends seitens des Owinger Kulturkreises, die sich auf dieses erste Konzert nach der langen Pause eingelassen hatten, und welches man als vollen Erfolg bezeichnen kann.

Dass es auch den Konzertbesuchern gefallen hatte, wurde bei der Forderung nach einer Zugabe deutlich, die die Musiker gerne bedienten. Mit dem Titel „Musik of the Night“ aus dem Musical „Phantom der Oper“ wurden die Gäste dann endgültig verabschiedet.

Dritte Owinger Musiktage im März 2020

Ein Blick ins Paradies: Traumhafte Musiktage
„Das unaussprechlich Innige aller Musik, vermöge dessen sie als ein so ganz vertrautes und doch ewig fernes Paradies an uns vorüberzieht, so ganz verständlich und doch so unerklärlich ist, beruht darauf, daß sie alle Regungen unseres innersten Wesens wiedergibt”, befand einst der Philosoph Arthur Schopenhauer. Doch eher ist die Musik wohl der Weg, der uns einen Hauch vom Paradies vermittelt, dessen wir uns alle archetypisch zu entsinnen scheinen können und dessen Verlust uns schmerzhaft und sehnsuchtsvoll berührt.

Bei den 3. Owinger Musiktagen gelang es den Künstlern unter der Gesamtleitung Martin Panteleevs, die Seele für einen kurzen Augenblick des Paradieses erinnern und sie zur Ruhe der Geborgenheit kommen zu lassen. Dazu trug auch sein eigenes Stück „Archetypen” am ersten Abend bei, das das breite Spektrum menschlicher Emotionen in der spannungsgeladenen Taktart 7/8 atemberaubend wiederspiegelte - vom Zweifel hin zur Verzweiflung, sich erlösend im Glauben. Die Körperlichkeit dieser Empfindungen unterstrichen Alexander Dimitrov (Cello) und Karol Nasilowski (Kontrabass), die mit ihren Instrumenten den Herzschlag, den Puls hörbar machten.

Zuvor hatten bereits Johann Sebastian Bachs „Konzert für zwei Violinen in d-Moll”, Richard Wagners „Siegfried-Idyll” und Pablo Sarasates „Zigeunerweisen” für Begeisterung beim Publikum gesorgt. Großartig das Violinkonzert in e-Moll Felix Mendelssohn Bartholdys, - weich, hinreißend wiedergegeben von Vesko Eschkenazy auf einer Guarneri-des-Gesù-Violine von 1738, wie nie zuvor gehört. Pianistin Lida Panteleev, Martin Panteleev und die Streicher Lukasz Gore-wicz, Emilia Goch Salvador sowie Emanuel Salvador vom Baltic Neopolis Ensemble begleiteten den Ersten Konzertmeister des niederländischen Royal Concertgebouw Orchestra, das zu den besten Orchestern der Welt zählt, so harmonisch, so perfekt, dass es die Herzen anrührte. Noch heute greifen Violinisten wie einst der berühmte „Teufelsgeiger” Niccolò Paganini zu Instrumenten Guarneris - insgesamt hat er etwa 100 Geigen gebaut -, wenn sie den gefühlsstarken Ausdruck suchen: „Der Klang der Stradivari ist ausgeglichener. Der von Amati ist weicher, er erinnert mehr an die menschliche Stimme. Aber der von Guarneri beeindruckt mehr als die anderen”, sagt die italienische Geigenbauerin Elisabetta Giordano. Der Beiname „del Gesù“ wurde Giuseppe Guarneri erst später gegeben, weil er seine Violinen mit dem Christusmonogramm IHS signierte. Und so verzauberte Vesko Eschkenazy, Bruder von Martin Panteleev, mit seinem Spiel ein frenetisch Applaus spendendes Publikum.

Liebeslieder standen am Samstagabend im Mittelpunkt. Etta Scollo lud die Zuhörerinnen und Zuhörer ein, „Sizilianische Träume” zu genießen, heiter, getragen, melancholisch, fröhlich, politisch, begleitet vom Baltic Neopolis Ensemble. Temperamentvoll vermittelte die zierliche Künstlerin die Dichtkunst der sizilianischen Volkssängerin Rosa Balistreris, „unserer Edith Piaf, unserer Maria Callas”, schwärmte die Künstlerin. „Sie war das Leben pur. Wenn sie lachte, lachte die ganze Stadt.” Auch Etta Scollo war ein Magnet des dreitägigen Konzerts im kultur|o. Aus Bayern kommend, nahm ein Ehepaar sogar die Anreise von zwei Stunden auf sich, um die Künstlerin in Owingen zu hören.

Mit Albioni, Torelli und Händel, aber auch Vivaldi stand der Sonntag im Zeichen des Barocks, jener Zeit, in der die Komponisten und Musiker vor allem menschliche Gefühle und Stimmungen ausdrücken wollten, so genannte „Affekte”. Dazu kam ein ganz besonderer Künstler nach Owin-gen: „Einer der weltbesten Trompeter, ein Weltstar” - mit diesen Worten kündigte Komponist und Geiger Martin Panteleev den „Zauberer der goldenen Klänge”, Vicente Campos, an. Und hatte noch untertrieben: Die Emotionen weckte Vicente Campos auf solch starke Weise, dass das Publikum auch zwischen den einzelnen Sätzen nicht an sich halten wollte, sondern seiner großen Begeisterung immer wieder Ausdruck verlieh.
Mit Mozart und einer Eigenkomposition Lida Panteleevs wandte sich der Spätnachmittag im kultur|o dem Klavier zu. Die Künstlerin hatte für ihren Mann ein „Liebeslied” geschrieben. „Sie ist eine begnadete Pianistin”, sagte Martin Panteleev und fügte seinen Worten eine Liebeserklärung hinzu. Wie recht er hatte, das zeigte die Musikerin mit ihrem Spiel auf dem Flügel, das honorierten die Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem enthusiastischen Beifall.

Hatten die 3. Owinger Musiktage am Freitagabend mit Barock begonnen, so endeten sie am Sonntag mit der Romantik, die ebenfalls den gefühlvollen Ausdruck betonte. Martin Panteleevs Wiedergabe des Violinsolos „Meditation” aus Jules Massenets Oper „Thaïs” schmiegte sich in das Gehör, erquickte das Herz und legte sich wie Balsam auf die Seele.
Der Künstler dankte nach drei Tagen purer musikalischer Emotionalität dem Publikum für seine nicht enden wollende Begeisterung und stellvertretend für den Owinger Kulturkreis Andrea Benz. Sein Dank galt ganz besonders Bürgermeister Henrik Wengert und dem Gemeinderat, die die Veranstaltung auch für die nächsten zwei Jahre absicherten. Bei dieser Bekanntgabe brandete im Saal stürmischer Applaus auf. Die 4. Owinger Musiktage finden vom 5. bis 7. März 2021 statt.
Ohne Sponsoren wäre dieser musikalisch Hochgenuss nicht möglich gewesen. Der Kulturkreis dankt der EnBW Baden-Württemberg AG, den Innovendia Consulting Services, der KreditMa-nufaktur Bodensee, dem Planungsbüro Gfrörer, der Sparkasse Bodensee, Zahntechnik Weber sowie dem Ingenieurbüro Reckmann sehr herzlich.
Der Dank gilt ebenfalls Daniela Mayer, die sich mit Köstlichkeiten des leiblichen Wohls der Künstler annahm, dem Männerchor Owingen-Billafingen für die Bewirtung sowie Ton- und Licht-Techniker Klaus Stark und Julian Ehrlich für die tatkräftige Unterstützung.

Angelika Thiel
(Bilder: Klaus Schielke, Michael Steinwand)

Festliches Neujahrskonzert im Januar 2020

Festliches Neujahrskonzert mit der Birnauer Kantorei

Das Festliche Neujahrskonzert ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Veranstaltungen des Owinger Kulturkreises geworden. Für 2020 konnte hierfür die Birnauer Kantorei gewonnen werden. Den Kontakt hat Raimund Grüner, selbst einige Jahre Mitglied im Owinger Kulturkreis gewesen, und Sänger bei der Birnauer Kantorei, hergestellt.

Unter Leitung von Professor Thomas Gropper kam geistliche und weltliche Musik zur Aufführung. Auf dem Programm standen Klassiker wie das Halleluja aus Georg Friedrich Händels „Messias“, Choräle aus dem Weihnachtsoratorium von J. S. Bach, aber auch Arien aus Nabucco, Tannhäuser oder La Traviata. Als Solisten waren Susanne Winter (Sopran) und Mirjam Kirschten am Klavier zu hören.

Hollywood-Glamour in Owingen - November 2019

The See Sisters nahmen das Publikum mit in die legendäre Ära des Swing und versetzen den gesamten Saal mit ihrem closed harmony-Satzgesang in die Zeit der mitreißenden Musik der 30er und 40er Jahre.

Mit Eleganz, Witz und einer ordentlichen Prise Beschwingtheit entführen die Mädels und Jungs ihr Publikum in die rauchigen Keller der ersten Jazzkneipen und auf die großen Bühnen des Hollywoodglamours und bezauberten im Stil der Andrew Sisters, des Gipsy Jazz und Vintage-Swing – mit viel Retro-Feeling.

Jacky (Janine Firges), Grace (Siggi Juhas), Peggy (Dagmar Egger) und ihre Brüder Mr. Lobitone (Lothar Binder) an der Gitarre und Mr. Hucksley (Hartmut Heinzelmann) am Bass entführten in eine längst vergangene Zeit.

Von den begeisterten Gästen gab es nicht nur für die stimmlich bestens harmonierenden und überzeugenden Sängerinnen Szenenapplaus, sondern auch für die an ihren Instrumenten brillierenden Musiker! Eine tolle Stimmung zauberten die Licht- und Tontechniker jeweils passend zur Musik auf die Bühne, und verliehen der Show das berühmte „Tüpfelchen auf dem i“.

Erst nach mehrfachen Zugaben und mit dem Versprechen, wieder nach Owingen zu kommen, entließen die Zuschauer die Musiker von der Bühne.

Helge und das Udo "Läuft!" - Oktober 2019

Seit 18 Jahren treten das Comedy-Duo „Helge und das Udo“ auf, zurzeit mit ihrem sechsten Programm „Läuft!“ Und es läuft, wie der Norddeutsche Helge Thun und der Schwabe Udo Zepezauer im Kultur O am Samstag bewiesen haben.
Mit eine temporeiche Mischung aus urkomischen Sketchen, intelligentem Wortwitz, zungenbrecherische Sprachakrobatik und herrliche Gesangs- und Tanzeinlagen strapazierten sie fast ununterbrochen die Lachmuskeln der Zuschauer.

Jens Wimmers Boogie-Trio - September 2019

Owingen - das New Orleans am Bodensee
Für Jens Wimmers ist es nur ein Zufall. „Der Boogie-Woogie fand seinen Beginn in Lousiana, in New Orleans. Genauso gut hätte Owingen der Entstehungsort sein können”, sagte der Pianist aus Franken. „Das eine liegt am Mississippi, das andere am Bodensee. Wo ist der Unterschied”, fuhr er fort und erweckte mit seiner philosophischen Frage Heiterkeit beim Publikum.

Und wer war sonst noch bei uns?

Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle, Landesjugendjazzorchester, Bernd Kohlhepp, Walter Fröhlich, Elster Silberflug, Kabarett Volksdampf ... in den vergangenen Jahren sind so viele Künstler bei uns zu Gast gewesen - diese alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Jedenfalls war es bisher eine bunte Mischung aus bekannten Fernsehgrößen wie z. B. Gerd Dudenhöffer, Markus Maria Profitlich und Alfred Heizmann (der leider bereits verstorben ist). Dazu auch großartige Künstler aus der Nachbarschaft wie Die Kleine Oper am See, die Birnauer Kantorei, der Gemischte Chor Heiligenberg und die Candys.  Oft in Kombination mit Musikern, die auf den großen Bühnen der Welt zu Hause sind. Unter anderem gastierten bei uns der Pianist Derek Han, Professor Vicente Campos und Vesko Eschkenazy. In regelmäßigen Abständen ist bei uns auch der Jazzchor Freiburg zu Gast, die Chambers aus Köln, Uli Böttcher und  andere. Durch viele gemeinsame Veranstaltungen haben wir eine besondere Verbindung zur Pianistin Elena Orlova und ihrer ganzen musikalsichen Familie sowie zu dem Künstlerehepaar Lida und Martin Panteleev, die musikalisch verantwortlich zeichnen für die Owinger Musiktage.